Gelandet

Graureiher am Uferwald. Foto: Ria Henning-Lohmann
Graureiher am Uferwald. Foto: Ria Henning-Lohmann

 

Wie man in führenden Kunstzeitschriften lesen kann,  ist das Tierbild seit altersher und jetzt wieder, ein beliebtes Sujet für Maler, Zeichner, Plastiker und Fotografen. Es hat sich entsprechend eine eigene Gattung von Fotografen entwickelt: Den Tierfotografen, organisiert in der "Deutschen Gesellschaft der Tierfotografen". Nun, ich bin nicht Mitglied und habe es auch nicht vor, denn das Tierbild selber ist nicht das Ziel meiner Arbeit.

 

 

Trotzdem fotografiere ich auch Tiere, und zwar dann, wenn sie mir begegnen. Das ist sehr unzuverlässig, wie man sich denken kann. Und es gehört mehr dazu als nur das richtige Equipment - nämlich eine große innere Ruhe und Besonnenheit, das dem Tier vermittelt das man nicht in feindlicher Absicht kommt.

 

 

Aber dennoch: es geht mir nicht um das "Tierbild", sondern um eine belebte Umwelt. Ich sage gerne auch "Mitgeschöpfe". Ich bin eher vom Schöpfungsgedanken inspiriert und dass eine Welt, in der es keine wild lebenden Tiere mehr gibt eine tote Welt ist und das Paradies ein Ort sein müsste, wie der im Bild: In der jedes Blatt und jedes Hälmchen das den Graureiher umgibt einer inneren Ordnung folgt. Wie auch der Graureiher selber auf dem umgestürzten Baumtorso - und dessen sanfte Bögen wieder aufnehmend - in einem fast irrealen Szenario steht. Regelmäßig werde ich gefragt, ob ich das am Amazonas oder ähnlichen Orten aufgenommen habe: Antwort: Nein, das ist an einem heimischen Gewässer. 

 

 

Aber zurück zum Bild: Zu den besonderen Herausforderungen der Fotografen - wie auch der Maler - gehört das Großbild. Ich freue mich sehr, das eines meiner Lieblingsmotive, das schon in Mölln und auf dem Bungsberg viel Anklang fand, jetzt seinen Platz in der Stiftung der Schleswig-Holsteinischen Sparkassen gefunden hat, und dort bis auf weiteres die Flure ziert.  Es ist ja nicht so, dass man jedes Bild einfach beliebig vergrößern kann. Einem jeden Bild wohnt eine Idealgröße inne. Und diese Uferwald-Szene mit Graureiher hat genau die Eigenschaften, die ein Bild braucht, um diesem Format Leben zu geben.

 

 

Davon abgesehen benötigt es aber auch entsprechende technische Voraussetzungen, sowie Besonnenheit der Fotografin, dazu eine sehr ruhige Hand und eine situationsgerechte Voreinstellung der Kamera. Naja - und eine entsprechende Vorbereitung der Daten für den Druck - die ich stets selber zu machen pflege.

 

 

Das Bild ist jetzt 130x180 cm groß und auf gebürstetes Alu-Dibond gedruckt. Das Material bringt die vielfältigen Schattierungen des Grüns zum Leuchten und bekommt aus jeder Perspektive einen anderen Schimmer. Und so wirkt es auch prächtig auf dem dunkelroten Hintergrund der dortigen Wände. Ich hoffe, das es viele Menschen inspiriert, einen Moment innezuhalten und sich der Schönheit und Kraft unserer heimischen Flora und Fauna bewusst zu werden.