Datenschutz

Jetzt ist es also geschehen: Ein neues Datenschutzgesetz, das den Bürger besser vor digitalen Übergriffen schützen soll. Diese Änderungen haben weitreichende Folgen für Webseitenbetreiber und auch für Fotografen. Brüssel arbeitet daran, dass ein fotografisch Tätiger kein Kunstschaffender mehr ist, sondern ein Datenverarbeitungsfachmann. Das klingt absurd, hat aber eine gewissen Logik: Das Foto ist nicht mehr an die Materie - nämlich das Fotopapier auf dem es ausgedruckt sein könnte gebunden, sondern wird durch die sozialen Medien und das Internet überhaupt allgegenwärtig - für jeden verfügbar und dem Zugriff seines Urheber weitgehen entzogen. Letztendlich landet alles auf irgendwelchen Servern der großen Internetriesen ...

Ich mache mir natürlich auch Gedanken darüber, welche Folgen das für mich hat. Die Crux ist, dass ohne Öffentlichkeit - und nur das Internet bietet heute noch Öffentlichkeit  - keine Anerkennung und keine Bekanntheit mehr möglich ist. D.h. ohne Internet ist eine Teilnahme am visuellen künstlerischen leben auch nicht möglich und gleichzeitig verliert man die Kontrolle über die Verfügbarkeit seiner Arbeiten.

Es gibt Menschen, die behaupten, das dieses Gesetz das die Rechte gerade kleinerer Unternehmen, Künstler und Blogger nach außen schützen soll, es aber auch anfälliger macht. Denn wer keinen Hausjuristen hat, ist viel gefährdeter vor obscurer Abmahnerei als die großen Player.

Denn wenn ich etwas glaube begriffen zu haben: Das neue Gesetz schützt nicht die, die nicht mehr durchblicken, sondern die, die gute Juristen haben. Ob beabsichtigt oder nicht: Der Blick auf das Internet als Medium, dessen sich jeder bedienen kann und seine Inhalte öffentlich machen, scheint fragwürdig geworden.

Daher können biete ich auch keine interaktiven Tools mehr an - weder Kontakt-Formulare noch Dialogboxen für den Blog. Schade eigentlich.
Sie können mich aber gerne immer noch anrufen.